Walnuss-Anis-Kekse

Walnuss

Walnuss-Anis-Kekse

[Baskoht:ma:Anis:u:Johs]

Früher hatten wir einen großen Walnussbaum vor dem Küchenfenster. Rate mal, was im Herbst los war? Es regnete Walnüsse in Strömen!! Da sich die Küche direkt neben dem Eingangsflur befand, ragte der Baum mit seinen Ästen auch über die Eingangstür.  Es gab kein sorgenfreies Rein- oder Rauskommen. Man bekam meist eine der herabfallenden Nüsse auf den Kopf. Autsch – böse Dinger!

An einigen Tagen hatten wir dann einen Teppich aus Walnüssen vor dem Haus. Teilweise war die weiche, grünliche Hülle der Nussschale bereits ab, teilweise noch dran und teilweise hatte sich Familie Eichhörnchen bereits bedient. Also, Helm auf und raus zum Sammeln. Während ich mit meinem Bruder und meinem Vater die Nüsse in Eimern sammelte, wurden wir neidisch von A-Hörnchen und seiner Frau oder Mann (man weiß es auch bei Eichhörnchen ja nie so genau – also keine voreiligen konservativen Schlüsse ziehen) beobachtet.

Nach getaner Arbeit schenkte sich mein Vater gerne einen eiskalten Arak ein, während meine Mutter die Mezze auftischte. Ich war von dem Anis-Schnaps immer sehr begeistert. Nicht geschmacklich – ich hatte es einmal als Kind probieren dürfen und rannte anschließend aufs Klo. Nein, ich fand es super, dass der klare Schnaps so lecker nach Lakritze roch und ganz milchig wurde, sobald er auf das Eis im Glas traf. Und sobald ein Schluck Wasser dazukam oder sich das Eis aufgelöst hatte, war es äußerlich von Milch nicht zu unterschieden – wenn der kräftige Geruch nicht wäre.

„Papa, das riecht wie an der Tankstelle…“ sagte mein Bruder mal. Mein Vater lächelte ihn an und bot ihm an zu probieren. Nachdem auch er wieder von der Toilette kam, konnten wir endlich essen…

Meine Mutter, die im Herbst und Winter regelmäßig Walnusskekse backte – irgendwie mussten ja die Walnüsse verarbeitet werden – probierte aus Langeweile ein wenig mit dem Keksteig herum. Sie gab den letzten Schuss Arak aus der Flasche in den Teig und um den Anis-Geschmack noch weiter zu betonen, gab sie zusätzlich noch einen gestrichenen Teelöffel zerstoßene Anissamen mit hinein. Der Duft beim Backen war schon sehr lecker – wäre da nur nicht meine Assoziation mit der Arak-Erfahrung.

Ich habe mich dennoch getraut sie zu probieren…. Köstlich!
Später ließ ich mich dann mit einem großen Teller dieser herrlichen Kekse in meinem Zimmer nieder und legte entspannt eine VHS-Kassette in den Videorekorder ein und schaute Schneewittchen – sag das bloß nicht weiter!

 

Rezept

Zutaten für ca. 40 Stück

  • 350g Mehl
  • 170g Zucker
  • 200g Butter (kalt)
  • 1 Ei
  • 2 TL Backpulver
  • 1 gestrichener TL Anissamen (im Mörser fein zerstampft)
  • 50ml Arak (Wer die Kekse ohne Alkohol möchte, nimmt einfach mehr Anissamen)
  • Prise Salz
  • 100g Zartbitter Schokolade
  • 150g Walnüsse

Zubereitung:

  1. Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben.
  2. Kalte Butter zerbröseln und zum Mehl geben. Die Butter mit dem Mehl leicht verkneten.
  3. Zucker und Prise Salz hinzugeben und weiterkneten.
  4. Ei und Arak hinzugeben und weiter verkneten.
  5. Zerstoßene Anissamen hinzugeben und weiter verkneten.
  6. Alles zu einem Teig kneten und in Frischhaltefolie einwickeln.
  7. Teig für 1 Stunde (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen.
  8. Ofen auf 180° Ober- und Unterhitze vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.
  9. Teig aus dem Kühlschrank holen und in mehrere Teile teilen.
  10. Teig mit den Händen zu einer Wurst (1 – 1,5 cm Dicke) rollen und dann in ca. 1 – 1,5 cm große Stücke schneiden.
  11. Rolle die Stücke in den Händen zu einer Kugel und drücke diese Kugel entweder in deiner Hand oder auf dem Backpapier zu einem dickeren Keks platt.
  12. Drücke die Walnusshälften leicht in die Kekse.
  13. Backe die Kekse ca. 11 Minuten und lasse sie danach abkühlen.
  14. Lasse die Schokolade im Wasserbad schmelzen und verziere anschließend damit deine Kekse.

Viel Spaß beim Backen und guten Appetit 🙂

 

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