Ghee in einem geöffneten Einmachglas auf grauem Untergrund.
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Ghee selber machen | Alles, was du wissen musst

Ghee, auch bekannt als Ghi, Butterschmalz oder Samneh, ist eine Art von geklärter Butter, die in der ayurvedischen Küche seit Ewigkeiten verwendet wird. Auch in der Küche der Levante ist Ghee weit verbreitet und wird in vielen herzhaften Gerichten, aber auch für Süßspeisen, z.B. auch für Baklava, genutzt. Ghee selber zu machen ist wirklich super einfach. In diesem Artikel erfährst du wie es geht.

“Ghee ist mehr als nur geklärte Butter!”

Es wird in der arabischen Sprache übrigens Samneh genannt. Ich finde allein den Duft, bevor die geklärte Butter überhaupt in die Pfanne oder den Topf kommt, schon unfassbar lecker. Samneh riecht leicht nussig, aber komischerweise auch irgendwie süßlich. Richtig crazy duftet es aber tatsächlich, wenn du Ghee dann anbrätst. Brate mal z.B. dein Spiegelei mit Ghee – du wirst es lieben!

Ghee ist im Grunde ein von Wasser und Milcheiweiß befreites Fett.

Ghee hat eine hohe Schmelztemperatur, wodurch es länger hält als ungeklärte Butter. So richtig berühmt ist Ghee aber durch die ayurvedischen Medizin. Da heißt es, dass Ghee die Verdauung verbessert und den Körper mit Nährstoffen versorgt. Es wird daher auch oft als “Superfett” bezeichnet. Deswegen könnte man sagen, dass Ghee mehr als nur geklärte Butter ist. Aber am Ende ist es eben doch nur ein “Labeling” – Ghee und geklärte Butter unterscheiden sich faktisch also nicht.

So machst du Ghee selbst

Der Vorteil von selbst gemachtem Ghee ist natürlich: Du weißt genau, was drin steckt und vermeidest eventuelle Zusätze bzw. Konservierungsmittel. Und ganz ehrlich – Ghee kann man wirklich super einfach und auch schnell selber machen! Meine Erfahrung ist auch, dass die Eigenproduktion auch noch viel besser schmeckt und die Textur viel cremiger ist im Vergleich zur gekauften Version.

Um schon mal etwas zu spoilern und dir eine Abkürzung zu geben – So funktioniert das Klären:

  1. Beim Kochen verdampfen die Wassermoleküle der Butter.
  2. Das Milcheiweißbestandteile verwandeln sich zu Schaum, der oben auf der Butter schwimmt und einfach aufgefangen bzw. abgeschöpft werden kann.
  3. Während des Köchelns nimmt die Butter zarte Röstaromen an.

Um Ghee selbst zu machen, brauchst du nur ein paar Sachen:

  • Butter
  • Ein sauberes und sterilisiertes Glas mit Deckel
  • Ein Sieb
  • Einen Schöpflöffeloder großen Löffel
  • Ein sauberes Tuch oder einfach Küchenpapier

Als erstes lässt du die Butter bei geringer Hitze schmelzen. Achte bitte darauf, dass die Butter auch wirklich komplett geschmolzen ist und nicht noch das eine oder andere Stück ganz ist. Wenn die Butter nicht komplett geschmolzen ist, wird sie sich nicht richtig klären lassen.

Dann kannst du vorsichtig die Hitze leicht erhöhen, bis die Butter ganz leicht köchelt. Es bildet sich dann ein Schaum darauf und am Topfboden könntest du leicht bräunliche Flecken sehen. Das geht ganz fix –in der Regel in etwa 10 Minuten. Es ist wirklich wichtig, die Butter während des Köchelns im Auge zu behalten. Sonst könnte sie verbrennen und richtig bitter sowie ungenießbar werden.

Danach nimmst du den Topf vom Herd und kannst die Butter kurz abkühlen lassen, damit du die gleich nicht die Finger verbrennst. Währenddessen kannst du aber schon das Glas vorbereiten. Leg einfach ein Sieb über das Glas und darin dann das saubere Tuch oder Küchenpapier.

Jetzt kannst du die Butter durch das Sieb und Tuch in das Glas gießen. Das Ghee lässt du dann einfach im Glas abkühlen und kannst es anschließend im Kühlschrank lagern. Ghee wird bei Zimmertemperatur fest und hält sich für mehrere Monate im Kühlschrank. Kühlen musst du Ghee aber eigentlich nicht.

Noch ein paar Tipps

Grundsätzlich war es das tatsächlich schon. Ein paar wichtige Tipps habe ich aber trotzdem noch für dich! Ghee ist ein ganz fantastisches Produkt, das so hochwertig wie möglich sein sollte. Achte beim Kauf der Butter also auf eine gute Qualität. Greife also lieber zur Bio-Variante und am besten sollte die Butter aus Weidemilch sein. Das ist nicht nur besser für dich, sondern ist auch leckerer und klimafreundlicher.

Ich liebe Ghee am liebsten in seiner klassichen Form. Wenn du aber magst, kannst du die geklärte Butter aber auch nach deinem Belieben aromatisieren. So könntest du dein selbst gemachtes Ghee z.B. Kurkuma, Zimt, Nelke oder Kreuzkümmel aufpeppen, um dem Ganzen eine besondere Note zu verleihen.

Was gibt es noch so zu wissen?

  • Ghee enthält eine hohe Menge an Buttersäure, die laut einigen Studien entzündungshemmend wirken kann.
  • Ghee eignet sich hervorragend zum Braten, da es eine hohe Schmelztemperatur hat und nicht so leicht verbrennt wie normale Butter.
  • Ghee ist in der Regel lactosefrei, da der Lactosegehalt von Butter während des Klärungsprozesses entfernt wird. Dies macht es für Menschen geeignet, die an Lactoseintoleranz leiden. Beachte aber, dass Ghee immer noch Milchprodukte ist und daher nicht für Menschen mit einer Milchallergie geeignet ist.

Ghee ist wirklich eine unfassbar tolle Alternative zu normaler Butter! Es hält länger, schmeckt intensiver und lässt sich fantastisch zum Anbraten nutzen. Wenn du magst, kannst du es direkt mal mit dem Rezept für Butterreis ausprobieren. Guten Appetit!


Ghee selber machen – Das Rezept

Ghee in einem geöffneten Einmachglas auf grauem Untergrund.
Rezept drucken
Vorbereitungszeit 5 Min.
Zubereitungszeit 10 Min.
Arbeitszeit 15 Min.
Portionen 400 g
Kalorien 3582
Autor Rafik Halabi

Zutaten

  • 500 g Butter

Zubereitung

  • Butter in Würfel schneiden und bei geringer Hitze ca. 10-12 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Wenn sich die Molke oben absetzt und die Butter am Topfboden leicht geröstet wird, kannst du den Topf vom Herd nehmen.
  • Ghee durch ein Passiertuch oder ein Sieb mit ausgelegtem Küchenpapier gießen, damit alle Rückstände entfernt werden und du ein klares Ghee erhältst.
  • Ghee in verschließbare Gläser füllen und am besten im Kühlschrank lagern. Dort hält es sich ein paar Monate.
  • Alternativ kannst du auch schon beim Köcheln den Schaum abschöpfen, dann sparst du dir das Passieren durch das Tuch oder Küchenpapier.

Notizen

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Nährwerte

Serving: 400g | Calories: 3582kcal | Fat: 398g

Probiere auch unbedingt mal die Feta-Päckchen, Kabsa oder den Baklava-Cheesecake!

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    ich frage mich trotzdem, was denn nun der Unterschied zur “geklärten Butter” sein soll?
    Das Rezept ist das Gleiche, die Zutaten sind das Gleiche und das Ergebnis ist etwas völlig anderes?
    Zitat: Ghee ist mehr als nur geklärte Butter!
    Ich würde mich freuen, wenn du diesen (für mich) Widerspruch aufklären könntest.
    Liebe Grüße
    Micha

    1. Hallo Micha,
      vielen lieben Dank für deine berechtigte Frage. Ich habe den Text etwas konkretisiert. Im Grunde hast du recht – Ghee und geklärte Butter unterscheiden sich eigentlich nicht. Ghee wird aber besonders in der Ayurveda einen gesundheitlichen Aspekt. Wie im Text angepasst, ist das aber eigentlich nur ein “Labeling”. Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer formuliert 🙂

      Liebe Grüße
      Rafik

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