Manakish
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Manakish: Die “Pizza” der Levante

Es gibt eine Sache, die ich während meines Besuchs bei der Familie im Libanon niemals missen möchte: Manakish!
Allein bei dem Gedanken an die leckeren Fladen mit z.B. Za’atar-Topping, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Zum Frühstück kann ich mir fast nichts Besseres vorstellen.

Wenn ich im Libanon bin, rührt meine Tante die Za’atar-Mischung an, füllt sie in eine Tupperdose um und schickt mich damit zum Backhaus.
Das Credo des Bäckers könnte heißen: „Du bringst das Topping, ich habe den Teig und den Steinofen.“ So gehe ich dann mit der kleinen Tupperdose in der Hand – und knurrendem Magen – durch Aley.

Aley: Die Stadt der Wolken

In Aley lebt der Großteil meiner Familie mütterlicherseits. Die kleine Stadt in den Bergen liegt etwa 16Km östlich von Beirut – direkt auf dem Weg nach Damaskus. Der Tourismus spielt in Aley eine sehr große Rolle. Im Sommer machen die Scheichs der Arabischen Halbinsel sehr gerne Urlaub in der „Stadt des Nebels“. Aufgrund seiner Lage in den Bergen, kommt es tatsächlich oft vor, dass der komplette Ort in den Wolken verschwindet.

Das Klima ist im Vergleich zu Beirut weniger heiß und schwül, aber dennoch herrlich sommerlich. Deswegen wird Aley auch gerne „Ahruß il Saif“ genannt – die Braut des Sommers. Und so ist die Luft der Sommerabende mit Musik gefüllt und es duftet überall nach Essen und Parfum.

Beim Bäcker angekommen, stelle ich mich an. Es warten meistens schon ein paar Nachbarn mit ihren Tupperdosen, während der Bäcker den frischen Hefeteig ausrollt, mit den Fingerspritzen kleine Mulden hineindrückt und mit den mitgebrachten Toppings bestreicht.

Es geht alles so schnell! Kaum habe ich die Zatar-Mischung abgegeben, schon ist es auf den Teigfladen und anschließend fix im Ofen. Der Geruch ist betörend! Es gibt übrigens mehrere Varianten von Manakish, die ich dir sehr gerne bald vorstellen möchte. Aber die Variante mit Za’atar ist der Klassiker.

Das Geräusch des Ofenschiebers, wenn er den Boden des Steinofens entlanggleitet und die leckeren Teigfladen aus dem Feuer holt, lässt meinen Magen knurren. Der Bäcker packt die Manakish flink und geschickt in Brotpapier und drückt mir das warme und duftende Paket in die Hand. Auf dem Weg zurück zu meiner Tante geht immer ein Mankushi (Singular zu Manakish) verloren 😉


Rezept für Manakish

Manakish
Rezept drucken
Vorbereitungszeit 10 Min.
Zubereitungszeit 20 Min.
Ruhezeit 1 Std.
Arbeitszeit 1 Std. 30 Min.
Portionen 6 Manakish

Zutaten

Za'atar-Mischung

Anleitungen

  • Teig nach Rezept herstellen und 60 – 90 Minuten abgedeckt gehen lassen. (aber noch nicht backen, nur den Teig vorbeiten!)
  • Za'atar mit dem Olivenöl und der gehackten Zwiebel zu einem flüssigen Dip vermengen.
  • Nachdem der Teig das doppelte seiner ursprünglichen Größe angenommen hat, zupfe ihn in entsprechend viele gleich große Stücke und forme diese zu kleinen Bällen. Anschließend unter einem feuchten Küchentuch weitere 10 Minuten ruhen lassen.
  • Backofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. (Wenn du einen Pizzastein hast, heize ihn auf der untersten Schiene vor.)
  • Backbleche mit Backpapier auslegen. Oder einen Pizzastein nutzen.
  • Rolle die Teigkugeln mit einem Nudelholz rund aus und drücke mit deinen Fingerspitzen viele kleine Mulden in den Teigfladen.
  • Bestreiche die Teigfladen dünn mit der Zatar-Öl-Mischung.
  • Backe die Manakish für ca. 4 – 5 Minuten im unteren Teil des Ofens.

Notizen

Wenn du es richtig authentisch willst, dann besorge dir einen Manakish-Ofen oder backe die Fladen auf einem Pizzastein.
*Rezept enthält Affiliate-Links.

Du bist jetzt Feuer und Flamme für Manakish? Dann probiere doch auch mal die Manakish mit Halloumi und Tomate. Und wenn du mehr über die Küche der Levante erfahren möchtest, dann schau gerne mal in meinen Guide.

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20 Kommentare

  1. Lieber Rafik! Ich bin aus Zufall auf deinem Blog gestrandet und habe mich spontan verliebt – in deine Rezepte, deine Mama und deine Geschichten. Du machst das großartig, ich fühle mich sehr wohl hier. Bestimmt werde ich bald einiger deiner Rezepte ausprobieren, sie klingen fantastisch. 🙂
    Lieber Gruß,
    Emilie

    1. Hallo Emilie! Wow, das ist ja mal ein tolles Feedback! Vielen lieben Dank für die Komplimente, ich freue mich wirklich riesig darüber 🙂
      Liebe Grüße
      Rafik

  2. Endlich jemand der meine Liebe zu diesem Gericht versteht. Seit meiner ersten Mankushi im Restaurant “Beirut” in den Emiraten suche ich verzweifelt nach einem Restaurant.
    Nach deinem tollen Rezept mache ich es jetzt mal selber 🙂
    Vielen Dank !

    1. Hallo Lena!
      Vielen lieben Dank! Ein Tipp noch dazu: Wenn du einen Pizzastein nutzt, wird der Boden noch viel besser. Viel Spaß beim Kochen und Genießen.

      Liebe Grüße
      Rafik

  3. Hallo Rafik,
    Meinst Du, man könnte das auch auf einem „Heißen Stein Grill“ backen?,
    LG
    Thomas

    1. Hallo Thomas. Das könnte sogar sehr gut klappen. Ein heiße Stein macht den Boden erst richtig gut. Vergiss nur nicht, dem Ganzen auch anschließend kurz Hitze von oben zu geben.
      Liebe Grüße
      Rafik

      1. Hi ich hab eine Frage meine Brote sind steinhart geworden. Was hab ich falsch gemacht ? 🤷🏻‍♀️

        1. Hallo Dee,
          das kann an der Hefe liegen. Hast du zufällig alte Hefe genutzt? Ansonsten versuch mal die Manakish etwas kürzer zu backen.

          Liebe Grüße
          Rafik

  4. 5 stars
    Ein wunderbares Rezept – für uns fast eine Offenbarung ;-). Wir haben Manakish jetzt schon oft gemacht. Zaatar macht süchtig. Großes Lob auch für diesen wunderschönen und liebevoll gemachten blog!!

    1. Hallo lieber Michi,
      vielen lieben Dank für dein tolles Feedback. Ich freue mich sehr, dass ich auch euch mit Za’atar süchtig machen konnte. Meine Mission ist geglückt 😀
      Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß beim Kochen und Genießen 🙂

      Liebe Grüße
      Rafik

  5. Ich war auch in Beirut und habe erlebt, wie die Leute mit einem Glas mit ihrer eigenen Mischung zum Backhaus gingen. Auch eines meiner Lieblingsfrühstücke. Es gab noch eine Variante mit Käse und leicht süß, auch von diesen Manaech Bäckern, war auch super. Ich wäre sehr daran interssiert, zu erfahren, wie und mit welchem Käse man das machen könnte.
    Viele Grüße
    Jutta

    1. Hallo Jutta,
      also die Variante mit Käse kenne ich auch. Das müsste dann Nabulsi-Käse gewesen sein. Das ist ein recht salziger Käse, den man meistens erst noch kurz in Wasser entsalzt. Du kannst aber auch gut geriebenen Mozzarella mit Za’atar vermischen und damit dann wirklich super leckere Manakish machen.

      Liebe Grüße
      Rafik

  6. 5 stars
    Hallo Rafik! Das war unser erstes Rezept von deinem blog und der Anfang unserer Beziehung zur zuvor völlig unbekannten libanesischen Küche. Wir hatten Za’atar geschenkt bekommen und ich bin auf der Suche nach einer leckeren Verwendung auf deinem genialen Blog gelandet. Inzwischen habe ich’s oft gemacht.
    Za’atar in Olivenöl eingelegt: für uns eine neue und interessante Welt!! Und auch bei uns ist es so: auf dem Weg zum Tisch geht schon immer was verloren …

    1. Hey Michi,
      zwischendurch direkt was schnabulieren, muss einfach sein. Bei dem Duft kann man auch gar nicht anders, oder? 🙂
      Freut mich sehr, dass es euch so gut schmeckt.

      Liebe Grüße
      Rafik

  7. 5 stars
    Ich habe dein tolles Rezept vorgestern ausprobiert und bin so begeistert! Beim nächsten mal würde ich wahrscheinlich etwas weniger Öl verwenden und mich vielleicht sogar an einem Teig mit Vollkornanteil versuchen, aber nach deinem Rezept waren sie absolut fantastisch. Es gab sie pur, mit veganem Weichkäse, und getoppt mit Tomaten- und Gurkenwürfeln, Minze, eingelegtem Weißkohl und Tahini-Dressing zum Frühstück, zusammen mit marokkanischem Minztee. Sogar meine sonst sehr wählerischen Mitbewohner waren hin und weg 🙂

    1. Hallo Malika,
      das klingt ja fantastisch! Vielen lieben Dank für dein mega Feedback.
      Weiterhin gutes Schlemmen 🙂

      Liebe Grüße
      Rafik

  8. 5 stars
    Einfach Phantastisch. Ich habe dein Manakish gestern probiert und auf dem Pizzastein im Gasgrill zubereitet. Das Za’atar selbst herzustellen anstatt der fertigen Mischung, die ich hier habe zu verwenden, hat sich definitiv gelohnt. Alles super lecker und es macht mir wirklich Spaß, die Geschichten zu deinen Rezepten zu lesen. Vielen Dank!

    Gruß Christian

    1. Hallo Christian,
      mega!! Vielen lieben Dank für dein fantastisches Feedback. Lass es dir schmecken 🙂

      Liebe Grüße
      Rafik

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