Falafel: Mit diesem Rezept werden sie perfekt!

Falafel
Falafel – Grundrezept

[Faläfel]
Ich weiß gar nicht wo ich hier anfangen soll…
Als wir 1984 als Flüchtlinge aus dem Libanon nach Deutschland gekommen sind, waren diese leckeren veganen Buletten aus Kichererbsen weitgehend unbekannt – oder zumindest nicht wirklich weit verbreitet.

Damals war ich 3 Jahre alt und ich kann mich an diese Zeit eigentlich kaum erinnern. Meine Eltern erzählten mir, dass wir damals am Flughafen in Berlin gestrandet und mit dem Zug einfach weitergefahren sind. Meine Eltern, die damals noch kein Wort Deutsch sprachen, hoben bei der Fahrkartenkontrolle nur ihre Reisepässe und sagten „Asyl?“.

Als wir dann vom Flüchtlingsheim in unsere erste eigene Wohnung ziehen durften – wir wohnten in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide – begannen meine Eltern sich mit den Dorfbewohnern anzufreunden. Und somit tat ich das auch – im Kindergarten.

Während meine Eltern sich mit der Sprache leider etwas schwer taten, sprach ich bald besser Deutsch als Arabisch! Sogar meine Träume und Gedanken liefen in deutscher Sprache ab – meine Eltern fanden das verrückt, aber gut. In der Familie sprechen wir aber immer noch Arabisch.

Zurück zu den Falafel.
An meinen Geburtstagen – oder denen meiner Geschwister – luden meine Eltern immer sehr gerne die Nachbarn und deren Kinder sowie die Klassenkameraden ein. Und jetzt ratet mal, was es immer zu essen gab?! Richtig, Falafel!

Falafel als Bulette mit Hummus oder Baba Ganoush. Falafel eingerollt zu einem Wrap mit Tahini-Sauce (oder besser gesagt: einer gewickelten Braut). Falafel mit Ketchup, mit Majo, Senf, pur oder – ekelhafterweise – in Cola eingetunkt… Ja, Kinder probieren komische Dinge aus…


Na gut, Torte gab es auch 😉

Man lernt eine fremde Kultur schnell über deren Küche kennen. Meine Eltern gaben sich immer die größte Mühe, die Freunde aus dem Dorf an unserer (Essens-)Kultur teilhaben zu lassen und wir nahmen wiederum neugierig am Dorfgeschehen teil.
In jeder Küche gibt es einen echten Star – bei uns – aber auch bei unseren israelischen oder syrischen Nachbarn – ist es die Falafel. Und mittlerweile sind Falafel überall bekannt und erfreuen sich äußerster Beliebtheit.

Die Falafel hatte also einen großen Anteil an unserer Integration – einen sehr leckeren Anteil sogar.
Ich möchte mich auch nochmal ganz herzlich bei unseren ehemaligen Nachbarn aus dem Dorf Wieren für Ihre Offenheit, Hilfe und Warmherzigkeit bedanken!

Rezept

Zutaten für ca. 20 – 25 Stück:
• 250g getrocknete Kichererbsen
• 2 Knoblauchzehen
• 1 Zwiebel
• 1 kleine Handvoll frischer Koriander
• 1 Handvoll Petersilie
• 2 TL Kumin
• 1 Prise Pfeffer
• 1 TL Salz
• 1 TL gemahlene Koriandersamen
• Öl zum Frittieren (Ich nehme meistens Erdnussöl)

Zubereitung:
1. Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen lassen.
2. Kichererbsen mit dem Knoblauch, der Zwiebel, Koriander (frisch und gemahlen), Petersilie, Kumin, Pfeffer, Salz in einem Mixer zu einer homogenen Masse mixen.
3. Die Masse in eine Schale umfüllen, flachdrücken und für 1 Stunde zum Ziehen in den Kühlschrank stellen.
4. Fritteuse mit dem Öl erhitzen.
5. Die Masse jetzt mit einem Falafel-Portionierer formen und in das heiße Öl geben.
a. Wer keinen Portionierer hat, kann die Masse mit Löffeln oder den Händen formen. Der Geschmack bleibt gleich lecker 🙂
6. 3 – 4 Minuten frittieren, bis sie gold-braun sind.

Ich wünsche Dir einen guten Appetit!

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